Wort an die Gemeinden

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen,

 

gestern war ein dritter Sonntag, an dem wir als Christinnen und Christen nicht, wie seit Jahrhunderten gewohnt, Gottesdienst in einer Kirche feiern konnten.

Vielleicht wird uns in dieser Zeit, ganz neu bewusst: Gottesdienst ist Gottes Dienst an uns.  Er dient uns mit seinem frohmachenden und tröstenden Wort in Jesus Christus.

 

Die Worte von Jesus, „wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“, bekommen für mich eine neue Dimension. Sie gelten über unsere gemeindlichen Zusammenkünfte hinaus auch in kleinster häuslicher Gemeinschaft. Und sie gelten auch dort, wo wir telefonisch oder per Skype oder auch nur in Gedanken miteinander verbunden sind.

Wir sind eingeladen, wo es möglich und verantwortbar ist, den Kontakt zu anderen zu suchen, vor allem zu Menschen, von denen wir wissen: sie sind allein.

 

Die Not ist groß. In den Krankenhäusern wird Unglaubliches geleistet. Aber nicht nur dort, viele Berufe sind plötzlich ins Blickfeld geraten, sogenannte „systemrelevante Berufe“. Vielleicht gelingt es uns, wenn wir zukünftig hinter einem Brummifahrer herfahren müssen, uns nicht zu ärgern, sondern uns zu erinnern, dass er mit dem Transport von Lebensnotwendigem unterwegs ist.

 

Wir haben inmitten dieser Zeit gezwungenermaßen und unfreiwillig den Freiraum und die Muße, nachzudenken, was wirklich dem Leben nottut und dient. Schon Jesaja ermutigte vor langer Zeit seine Mitmenschen: „Durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein“ (Jesaja 30,15). Uns Menschen fällt es schwer, einmal nichts zu tun, aus den Händen zu geben, was uns sonst so geschäftig umtreibt und in Atem hält. Nehmen Sie dieses Wort mit in Ihr persönliches Nachdenken. Es ist ein Wort gegen das Gefühl und die innere Stimme, gerade jetzt etwas tun zu müssen.

 

Halten wir inne. Lassen wir uns von Jesus ansprechen mit der Frage, die er vor manchem Heilungswunder, das er wirkte, stellte: „Was willst du, dass ich dir tun soll?“

 

Seien Sie und Ihre Lieben und wer auch immer zu Ihnen gehört

von Gott behütet.

 

Mit freundlichen Grüßen

Friedrich Zimmermann

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