Motivierter Einstieg in den Pfarrberuf unter schwierigen Bedingungen

Im Kirchenbezirk Vaihingen- Ditzingen haben zum 01.04. drei Vikarinnen und ein Vikar ihren Dienst aufgenommen. Für zweieinhalb Jahre sind sie jeweils einer Kirchengemeinde zugeordnet und zugleich immer wieder zu Ausbildungskursen am Pfarrseminar in Stuttgart-Birkach.

Die neue Vikarin in der Petrus- und Lukasgemeinde in Gerlingen heißt Anna Förg

Ihr Ausbildungspfarrer ist Martin Weeber. Sie ist 27 Jahre alt und seit zwei Jahren verheiratet. Aufgewachsen ist sie im Stuttgarter Süden, wo sie auch ihre Liebe zur Kirchenmusik entdeckte. Seitdem ist sie eine begeisterte Posaunistin. Ihr Weg ins Theologiestudium mit dem Ziel, Pfarrerin zu werden, verlief auf Umwegen. So studierte sie erst Soziale Arbeit in Würzburg, hat sich dann aber zum Theologiestudium umorientiert. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Inhalten des christlichen Glaubens und insbesondere die historisch-kritische Auslegung der biblischen Texte übten eine große Faszination auf sie aus. So reifte in ihr der Wunsch, Pfarrerin zu werden. Nach vier Jahren in Erlangen wechselte sie ihren Studienort und zog nach Tübingen, wo sie im Sommer 2019 das Examen ablegte. Im Vikariat freut sie sich besonders mit Menschen aus unterschiedlichen Lebensphasen und -situationen in Kontakt zu treten, über ihre Hoffnungen und Überzeugungen zu sprechen und den eigenen Glauben zu reflektieren.

Lena Hopfe heißt die neue Vikarin in der Gemeinde Ensingen.

Zweieinhalb Jahre lang wird Pfarrerin Karin Blanc die frischgebackene Theologin bei ihrem Weg zur Pfarrerin unterstützen. Die 1993 in Kirchheim unter Teck geborene Vikarin ist in Meckenbeuren im Bodenseekreis aufgewachsen. Schon früh ließ sie sich von der Kinder- und Jugendarbeit des Evangelischen Jugendwerks Ravensburg begeistern und wurde dort ehrenamtliche Mitarbeiterin. Nach dem Abitur entschied sie sich, ein Freiwilligenjahr bei der Berliner Stadtmission zu machen und arbeitete dort in der Notübernachtung für obdachlose Menschen. Von der großen Stadt ging es nach dem sozialen Jahr in das kleine Dorf Neuendettelsau, wo Lena Hopfe ihr Theologiestudium an der Augustana Hochschule begann. Ihr Studium führte sie außerdem nach Tübingen, gefolgt von einem Auslandssemester an der Lutheran School of Theology in Chicago. Besonders interessant fand die angehende Theologin dabei die Feministische Theologie. Damit verbunden entschied sie sich als nächsten Studienstandort für die Philipps-Universität in Marburg. Für das Erste Theologische Examen kehrte sie zurück nach Tübingen. Für ihr kommendes Vikariat freut sie sich besonders auf den persönlichen Kontakt zu den Menschen. Gerade in der krisenhaften Zeit sollte Kirche ganz nah bei den Menschen sein. Dass das gerade nur medial gelingt, macht ihr allerdings große Sorgen. So steht auch der Wunsch im Vordergrund, die aktuelle Krisenzeit als Kirche, als Gemeinde gut zu überstehen, um danach die neugewonnene Solidarität auszubauen.

Franziska Isabel Mezger heißt die neue Vikarin in Vaihingen an der Enz

Franziska Isabel Mezger wurde in Stuttgart Bad Cannstatt geboren und wuchs im Kreis der Großfamilie zuerst in Plochingen und dann in Aichwald-Schanbach auf. Ab der neunten Klasse besuchte sie die Evangelischen Internate Maulbronn und Blaubeuren, die mit ihrem schulischen Profil das Pfarramtsstudium vorbereiten sollen. Im April 2013 begann sie mit dem Studium der Evangelischen Theologie in Tübingen. Im dritten Semester absolvierte sie ein Auslandssemester in Dunedin (Neuseeland). Nach der Zwischenprüfung studierte sie außerdem für ein Jahr in Edinburgh (Schottland) und ein weiteres Jahr in Greifswald. Während des Studiums begeisterte Franziska Mezger sich besonders für die Fächer Systematische Theologie und Altes Testament, weshalb nach dem Vikariat eine Promotion im Fach Altes Testament geplant ist. Besonderen Spaß machte es ihr auch die im Studium erlernten Inhalte praktisch auf die Gemeindearbeit in verschiedenen Gemeinden anzuwenden und sich mit den Pfarrern und Pfarrerinnen darüber auszutauschen. Auch den theologischen Diskurs im Evangelischen Stift empfand sie als prägend und bereichernd.  Durch das Theologiestudium lernte Franziska Mezger ihren Mann Sebastian kennen, mit dem sie seit August 2019 verheiratet ist. Er beginnt zeitgleich mit ihr das Vikariat, was sie als große Bereicherung empfindet. Im Vikariat, das sie in der Kirchengemeinde Vaihingen an der Enz bei Pfarrer Matthias Krauter absolviert, freut sie sich besonders darauf, sich in den geistlichen Angeboten der Gemeinde und in der Jugendarbeit einzubringen und viele verschiedene Menschen kennenzulernen.

Sebastian Mezger heißt der neue Vikar in Schwieberdingen

Sebastian Mezger wurde 1993 in Böblingen geboren und wuchs im ländlichen Altdorf auf. Schon während der Schulzeit spielte er mit dem Gedanken, später einmal Pfarrer zu werden. Nachdem er auf das Abitur folgend mit der Liebenzeller Mission in Malawi unterwegs war und zur Gegenprobe auch ein Medizinerpraktikum machte, stand sein Entschluss, Theologie zu studieren, fest. Während des Studiums in Tübingen, Edinburgh und Greifswald bereiteten ihm die Fächer, welche sich direkt mit der Bibel auseinandersetzen, die größte Freude. Mit seiner Frau Franziska Mezger wohnt er in Vaihingen an der Enz. Sebastian Mezger ist der Kirchengemeinde Schwieberdingen und Pfarrer Erdmann Schliszus zugeordnet. Er freut sich besonders darauf, die erlernte Theorie endlich praktisch werden zu lassen. Besonders freut er sich auf Verkündigung, Lehre und auf intensive Begegnungen mit Jung und Alt.

Die drei Vikarinnen und der Vikar haben unter schwierigen Bedingungen ihr Vikariat begonnen.

 Aufgrund der Corona Pandemie musste bereits die Einführungswoche im Pfarrseminar verschoben werden. Andererseits haben sie die Chance zu erleben, wie Kirchengemeinden ihr kirchliches Leben den notwendigen Rahmenbedingungen anpassen müssen. Hier wird auch viel Kreativität erlebbar. Neben den AusbildungspfarrerInnen werden sie von Dekan Zeyher sowie Schuldekanin Karle betreut.