Bericht zur Bezirkssynode am 13.11.2020, digital per MS Teams

von Pressepfarrer Dr. Frank Dettinger, Markgröningen

Erstmals in digitaler Form fand am Freitag, 13.11.2020 die Herbstsynode des evangelischen Kirchenbezirks Vaihingen-Ditzingen statt.

Wie das Corona-Jahr sich auf die kirchliche Arbeit ausgewirkt hat, zog sich durch die Tagesordnung. Bei den inhaltlichen wie den finanziellen Themen wurde erkennbar, dass die Pandemie große Einschnitte bedeutet, aber dass es dennoch Grund gibt, den Blick mutig nach vorne zu richten.

Das Leitungsgremium des seit 01.01.2020 fusionierten Kirchenbezirks Vaihingen-Ditzingen tagte nach der Frühjahrssynode nun überhaupt erst zum zweiten Mal. 82 der 103 stimmberechtigten Mitglieder nahmen an der digitalen Konferenz teil, auch Gäste nahmen die Möglichkeit der Öffentlichkeit wahr und wählten sich in die digitale Synode ein. Die Vorsitzende der Bezirkssynode, Beate Ulmer aus Hemmingen, berichtete über zahlreiche Veränderungen bei der Pfarrstellenbesetzung. Pfarrerin Sarah Schiemann ist seit März 2020 Pfarrerin beim Dekan in Ditzingen in Nachfolge von Pfarrer Traugott Plieninger, der in den Ruhestand getreten ist. Derzeit nimmt sie nach dem Weggang von Pfarrerin Renate Egeler die Vakanz-Vertretung in Hirschlanden war. Pfarrerin Kathleen Reinicke aus Ditzingen nimmt einen Vertretungsauftrag in Heimerdingen wahr, nachdem dort Pfarrer Markus Joos die Stelle gewechselt hat. In Gerlingen wurden Pfarrerin Elke Kaltenbach-Dorfi und Pfarrer Jochen Helsen verabschiedet. Im Bereich des Altbezirks Vaihingen ist nach dem Weggang von Pfarrer Friedemann Wenzke die Pfarrstelle in Kleinsachsenheim vakant. Pfarrer Dr. Friedmann Eißler nimmt einen Vertretungsauftrag in Eberdingen-Nussdorf wahr.

 

Bericht der Dekane

Dekan Friedrich Zimmermann aus Ditzingen sprach in seinem Bericht von einem „Jahr der Vorsicht“, in dem nicht alle Wünsche erfüllt werden konnten. Nie wäre vorstellbar gewesen, dass Kirchen aufgrund einer Pandemie geschlossen bleiben müssen, wie dies im Frühjahr der Fall war. Einen großen Dank sprach er den Kirchengemeinden aus, die mit viel Aufwand und Kreativität Kontakt zu ihren Gemeindegliedern hielten und vorbildliche Hygieneschutzkonzepte erstellt hätten. Es sei weiter Aufgabe der Kirche, für das Menschliche einzutreten und deutlich zu machen, dass der christliche Glaube im Leben Halt geben kann. Das erste Jahr als fusionierter Kirchenbezirk zeige sich auch unter Corona-Bedingungen als Erfolg auf verschiedenen Ebenen. Beide Seiten profitierten voneinander, so der Dekan, was beispielsweise in der leichteren Besetzung der Bezirksämter durch die Pfarrerinnen und Pfarrer erkennbar wird.

Dekan Reiner Zeyher aus Vaihingen betonte mit Bezug auf ein Paulus-Wort, dass wir gerade in der Pandemie-Zeit sehen, dass Gottes Gaben für uns ein „Schatz in irdenen Gefäßen“ sind und daher Gottes Wirken immer notwendig bleibt. Er berichtete über die anstehende Erweiterung der bezirklichen Kindergarten-Trägerstruktur. Neben Erweiterungen in bestehenden Einrichtungen gehen eine Einrichtung in Häfnerhaslach sowie die Kindergärten der Kirchengemeinden Gerlingen, Hirschlanden, Heimerdingen und Markgröningen zum 01.01.2021 in die bezirkliche Trägerstruktur über. Die Kommunen in Gerlingen, Ditzingen und Markgröningen haben zugestimmt, hierfür 3,5% Verwaltungskosten gerechnet auf die Gesamtausgaben aufzubringen, ab 2024 soll dieser Betrag auf 5% erhöht werden. Zudem berichtete Dekan Zeyher, dass das Schuldekanat seinen Sitz von Mühlacker nach Vaihingen Enz verlegt und in Räumen des Gemeindehauses untergebracht werden kann.

 

Jubiläen

Die Leiterin der Diakonischen Bezirksstelle Ditzingen, Nadine Bernecker, stieß mit einem Sektglas in der Videoübertragung auf das 40jährige Jubiläum der Bezirksstelle an. Sie berichtete aus der aktuellen Arbeit unter Corona-Bedingungen, der sich ihr Team mit großem Einsatz widmet.

Neben verschiedenen weiteren Berichten wurde auch das Jubiläumsjahr 2022 in den Blick genommen, in dem gleich vier Jubiläen zu feiern sind: 475 Jahre Alt-Kirchenbezirk Vaihingen/Enz, 750 Jahre Bartholomäuskirche Markgröningen, 50 Jahre Bezirksjugendwerk Vaihingen/Enz und 45 Jahre Diakonische Bezirksstelle Vaihingen/Enz. Damit steht ein Jubiläumsjahr an, das den neu fusionierten Bezirk noch weiter zusammenführen soll.

 

Finanzen

Wie stets bei der Herbstsynode standen der Rechnungsabschluss des vergangenen Jahres 2019 sowie der Haushaltsplan für das kommende Jahr 2021 auf der Tagesordnung. Der Haushalt wurde mit der Plansumme der Erträge und Aufwendungen in Höhe von 11,25 Millionen Euro beschlossen. Von den Kirchengemeinden des Bezirks wird eine Kirchenbezirksumlage in Höhe von 2,02 Millionen Euro erhoben, das sind 35,97 € pro Gemeindeglied. Die Umlage steigt damit um 3,7%. Der Gesamtverteilbetrag an Kirchensteuermitteln an die Kirchengemeinden liegt 2021 bei 6,62 Millionen Euro, ein Plus von 1,3%. Ab 2022 berechnet die Kirchliche Verwaltungsstelle nach aktuellem Stand jedoch ein Minus von 0,26% und 2023 ein Minus von 1,68%. Aktuell leidet die Landeskirche Pandemie-bedingt unter einer Negativentwicklung bei der Kirchensteuer von ca. 10%. Im Haushalt der Landeskirche wird ab dem Jahr 2022 mit einem Kirchensteuerrückgang von 0,7% gerechnet, was sich auf die Bezirke und Kirchengemeinden entsprechend auswirken wird.

 

Dekan Zimmermann schloss die Synode mit einem Abendsegen. Zweimal im Jahr tagt die Synode des Kirchenbezirks Vaihingen-Ditzingen, die sich aus Pfarrerinnen und Pfarrern, Kirchengemeinderatsmitgliedern aller Kirchengemeinden sowie weiteren Entsandten kirchlicher Einrichtungen zusammensetzt. Die nächste Bezirkssynode findet am 26.03.2021 in Gerlingen statt.