Was bringt die Zukunft?

Was bringt die Zukunft? Diese Frage bewegt viele. Wir leben in schwierigen Zeiten. Noch immer beherrscht Corona die Schlagzeilen.
Impuls von Dekan Friedrich Zimmermann

Was bringt die Zukunft? Diese Frage bewegt viele. Wir leben in schwierigen Zeiten. Noch immer beherrscht Corona die Schlagzeilen. Ein Ende ist nicht abzusehen. Die Zahl der Infizierten ist groß. Viele Tote sind zu beklagen. Da gibt es nichts zu leugnen. Das ist bittere Realität. Sie macht mir Sorge, ja, bisweilen Angst.


Wie ich diese Pandemie mit meinem Glauben an Gott zusammenbringen kann? Ich bin, was diese Frage betrifft, vor allem ratlos. Jesus wandte sich damals Menschen zu. Konkret: Aussätzige, die ihn um Hilfe und Heilung baten, rührte er sogar an. Berührung ist uns untersagt. Wir müssen zueinander auf Abstand bleiben. Dabei ist aber Annäherung und menschliche Nähe doch Ausdruck unseres Glaubens. Einander sehen. Einander begegnen. Einander beistehen. Einander stützen. Einander in den Arm nehmen…


Ich bin am Suchen nach einer Antwort. Ich kann der Pandemie keinen Sinn abgewinnen. Ich will aber auch Gott nicht außenvorlassen. Diese Pandemie grassiert in seiner Welt. Und das nach wie vor. Das ist das eine. Und doch gibt es in dieser Welt noch etwas anderes – nach wie vor.


„All Morgen ist ganz frisch und neu des Herren Gnad und große Treu…“ Auch wenn wir zurzeit auf den Gesang verzichten müssen. Ich hoffe, dieses Lied klingt und singt in Ihnen. Wie die Sonne jeden Morgen aufgeht – „über Böse und Gute, und Gott es regnen lässt über Gerechte und Ungerechte“ (Matthäus 5,45), so sicher ist Gott für uns, für seine Menschen. Dagegen spricht auch kein noch so unverständliches Ereignis oder persönliches Erleben. Dagegen spricht nichts. Das gilt.


Jeder Atemzug, den wir machen, bringt seinen Willen zum Ausdruck: Du sollst leben. Sein Herz schlägt für uns. Es schlägt warm. Barmherzigkeit ist die Eigenschaft Gottes.


Wir erleben, wie sich ein Jahr an das andere reiht. Je älter ich werde, umso schneller, so mein Eindruck. Wir erleben Gutes und Schönes, Freude und Wohlsein. Es gibt aber auch Schweres und Notvolles, das wir lieber aus unserem Leben streichen würden. Aber auch das gehört dazu. Der Rahmen um unser Leben, die Atmosphäre, in der wir atmen und leben und tun und lassen, ist Gottes Barmherzigkeit. Sein warmes Herz kann uns nichts und niemand nehmen. Seine Barmherzigkeit gilt – todsicher, ja, bis über dieses Leben hinaus.


Deshalb lädt uns Jesus ein, das zu teilen, wovon wir Tag für Tag leben, im bunten Miteinander von Groß und Klein, von Alt und Jung. Sein Wunsch und seine herzliche Bitte ist: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Lukas 6,35


Möge die Zukunft viele Tage bringen und bereithalten, an denen Sie Gottes Barmherzigkeit spüren und es Ihnen selbst warm ums Herz wird. Ein warmes Herz ist die beste Voraussetzung, barmherzig sein zu können – mit anderen und am Ende auch mit sich selbst.


Ihr Friedrich Zimmermann